Rückkehr

Besuch in Dernbach

1.07.2005




Der Sonntag hat sehr früh angefangen, weil wir um 7.20 nach Dernbach ausgereist sind, zum Kloster, wo die Oma und gleichzeitig Tante der Sternen dieses Projekts (das heißt der Teilnehmer) - Frau Stanislawa Angiel als Zwangsarbeiterin gearbeitet hat. Aldona und unsere zwei „untrennbare“ Freundinnen (Ewa und Iza) sind mit dem Auto mit Barbara gefahren, während Junior, Radek, Marta, Kaska (alle aus Lodz) sowie Agnieszka und Gosia (aus der Nähe von Lublin) mit Rüdiger und dem immer verrückten Thomas mit dem Bus gefahren sind. Da wir im zweiten Wagen waren, können wir schreiben, dass es dort sehr lustig war. Während der Fahrt nach Dernbach haben fast alle geschlafen, aber während wir zurückgekommen sind, hat sich die Situation ganz verändert (wir waren nämlich schon nicht so ruhig) - aber darüber erzähle ich weiter. Wir sind nach Dernbach mit verschiedenen Erwartungen und Vorstellungen gefahren.
Als wir angekommen sind, haben schon auf uns zwei Schwestern gewartet. Zur Begrüßung hat jeder von uns eine kleine Rose bekommen. Der Beginn war wirklich sympathisch. Zuerst sind wir zum Frühstück eingeladen worden. Größter Popularität erfreute sich ein wirklich leckerer Kaffe. Es war gut, dass für uns von einer polnischen Schwester die Führung in unserer Muttersprache vorbereitet worden ist, weil Przemcio und Gosia frei hatten und nichts übersetzen mussten (Bernadette war doch auch nicht da). An den Tischen haben wir uns aber mit den Schwestern auf Deutsch unterhalten (wir mussten bloß unsere Kenntnisse zeigen, nicht wahr?!).
Nach dem zweiten Frühstück (alle haben sich wirklich um uns gekümmert) kamen die anderen interessanten Ereignisse. Um 10 Uhr sind wir zur Kirche zu einer heiligen Messe gegangen. Für alle war das ein besonderer Tag, weil die neuen Glocken für die Kirche geweiht worden sind. Zuerst haben wir uns eine halbe Stunde vor der Kirche „gesonnt“, danach fing die richtige Messe an, während derer wir herzlich vom Pfarrer begrüßt worden sind. Später haben wir auch viele wichtige Personen kennen gelernt. Sicherlich habt ihr euch schon unsere Fotos angeschaut, als wir versucht haben, irgendwo auf Deutsch zu singen. Ich äußere keine Meinung dazu:). Nach der Messe hat bei der Kirche ein Fest stattgefunden, während dessen Einheimische und Touristen leckere Speisen probieren konnten. Wir haben uns wirklich vollgestoppt... . es gab doch so einen schmackhaften Gulasch und ein frisches Brötchen, so dass uns das wasser im Munde zusammen gelaufen ist. Zum Trinken konnten wir uns Bier, Säfte, Cola oder Apfelwein (traditionelles Frankfurter Getränk) auswählen. Es gab eine komische Situation, dass die Mädchen nicht wussten, wie man das Bier (in einer speziellen, traditionellen Flasche) öffnet und sie haben deswegen Schwester Klaudia (aus Polen) um Hilfe gebeten. Die beste Szene war dann, als sie versucht hat, diese Flasche aufzumachen?. Wie immer in neuen Situationen, waren wir ein bisschen unsicher. Im Allgemeinen haben sich alle dort sehr gut amüsiert. Sie sind wirklich offene Menschen. Wir waren überrascht, dass der Priester alle Leute kennt, mit ihnen ins Gespräch kommt, Scherze macht und mit allen zusammen isst und trinkt. Die Atmosphäre war wirklich toll. Inzwischen wurden Junior, Kasia und Gosia von einer Journalistin aus einem Rundfunk, die von Rüdi eingeladen worden war, interviewt. Sehr oft wurde besonders von Kiler gesagt: „Das wird doch geschnitten“, aber das macht nichts.
Dann haben uns zwei Schwestern (u.a. Schwester Klaudia) im neuen Krankenhaus herumgeführt. Wirklich toll!! Die Kranken haben dort bessere Bedingungen als in einem Hotel!! Und was für ein Labor! Ho, ho! Werdende Mütter können auch wählen, ob sie auf traditionelle Art und Weise oder zB. im Wasser gebären wollen. Danach haben wir das alte Krankenhaus besichtigt, in dem sich heute Altensheim befindet. Wir haben uns sogar mit einer Schwester getroffen, die sich an Frau Angiel erinnert hat, aber sie glaubte, sie sei aus der Ukraine gekommen. Das waren wirklich berührende Momente. Die Mädchen konnten Weinen nicht unterdrücken. Danach haben wir uns in die Kapelle begeben, wo wir „Jest zakatek na tej ziemi...“ (wahrscheinlich lautet der Titel: „Czarna Madonno“) gesungen haben. Die Mutter Oberin hatte den Wunsch, dieses Lied zu hören. Manche haben den Text nicht so gut gekannt, deswegen haben wir die sogennante „Große Improvisation“ vorgestellt (die Menschen, die die polnische Literatur, besonders Adam Mickiewicz kennen, wissen, worum es darin geht). Kurz danach waren wir in einem Konferenzraum, wo wir mit den Getränken bewirtet worden sind. Wir haben uns an einen runden Tisch gesetzt und dann konnte man die Besprechung beginnen:). Am Anfang hat uns ein Foto von Johannes Paul II aufgefallen. Ich weiß nicht, warum es so großen Eindruck auf uns gemacht hat. Sicherlich deswegen, dass er so eine tolle Person war. Jeder von uns hat zur Erinnerung ein Jubiläumsbuch über Kloster und Krankenhaus sowie einen Jubiläumswein und einen Stein als Glückbringer bekommen. Für Radziu und Przemek wurde eine zusätzliche Flasche gechenkt, aber nicht aus Rücksicht auf Geschlecht bzw. Attraktivität, sondern für die Oma-Tante. Die Zeit, uns vom Krankenhaus zu verabschieden, näherte sich und alle haben sich zum Kloster begeben, wo auf uns in der Kantine Kaffe und Kuchen gewartet haben. Alle haben die super leckeren Torte und Kuchen genossen. Und es gab noch Geschenke. Jeder hat ein Medallion und eine Brelocke mit dem Bild von der Gründerin des Ordens, ein Gedicht und Flyer bekommen. Zum Schluss haben noch die Verwandten von Frau Stanislawa Angiel die Bücher und Umschläge bekommen. Bisher haben die Jungs noch nicht ans Licht gebracht, was in diesen geheimnisvollen Umschlägen war:). Sicherlich war das etwas Ähnliches wie ein schwarzer Kasten in einem Flugzeug. Für Frau Angiel wurde auch etwas wirklich Ergreifendes geschenkt - nämlich ein Bild von einer alten Kapelle, in der sie „fünfhundertprozentig“ gebetet hat.
Es kam leider die Zeit, als wir uns verabschieden mussten. Wir fühlten uns dort wie zu Hause, deswegen war es nicht so einfach, uns von dorther zu vetreiben :). Die Schwestern haben uns verabschiedet und mit lustigen Mienen sind wir weiter gefahren. Wir haben beschlossen, ein bisschen Limburg zu besichtigen. Ihr könnt euch wahrscheinlich nicht vorstellen, was für eine schöne Stadt das ist - mit so vielen Altgebäuden! Ein Keller stammte aus dem 13 Jh! Offensichtlich haben uns auch schöne Fachwerkhäuser beeindruckt. Wir waren dort leider ganz kurz - ungefähr 1,5 Stunden, aber zum Glück wurde es schon geplant, am Ende Juli oder im September eine professionelle Führung in Limburg zu haben. Das Wetter war wirklich wunderbar. Manchmal haben wir uns sogar über den unerträglichen Sonnenschein geärgert. Ganz geschwitzt und müde sind wir zu den Autos gegangen. Wie es schon früher erwähnt wurde, sind wir mit einem lustigen Bus gefahren. Die ganze Zeit haben wir verschiedene Volks - sowie auch patriotische Lieder gesungen. Der Tag war voll von guten Eindrücken, trotzdem war leider schnell vorbei. Wir bitten um noch viele solche Ausflüge. Tschüß!


text: Kiler und Junior


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